
Heutzutage gibt es auf dem Markt eine Vielzahl von Produkten, die in verschiedenen Teilen der Welt hergestellt werden. Haben Sie sich jemals gefragt, wie sicher diese tatsächlich sind?
Für einige Produkte gibt es detaillierte Anforderungen hinsichtlich Qualität und Sicherheit, die vor der Markteinführung überprüft werden (z. B. Medikamente). Für die meisten Produkte gelten jedoch allgemeine Sicherheitsanforderungen oder es werden Standards definiert, mit denen bestimmte Produkte übereinstimmen müssen. Für die Sicherheit solcher Produkte sind die Hersteller oder Distributoren verantwortlich.
Um die Sicherheit der auf dem Markt befindlichen Produkte und deren Übereinstimmung mit den vorgeschriebenen Anforderungen zu gewährleisten, ist eine Kontrolle direkt auf dem Markt notwendig.
Wenn festgestellt wird, dass ein Produkt aufgrund von Nichtkonformitäten unsicher ist, werden dem Hersteller oder Distributor bestimmte Maßnahmen auferlegt, um zu verhindern, dass gefährliche Produkte die Verbraucher erreichen.
In der Europäischen Union wurde bereits 2005 ein Benachrichtigungssystem für unsichere Produkte auf dem Markt eingeführt – RAPEX (The Rapid Alert System for Non-Food Products). Heute funktioniert dieses System unter dem Namen Safety Gate. Es umfasst Verbraucherprodukte (z. B. Spielzeug, elektronische Geräte, Kraftfahrzeuge, Kosmetikprodukte), aber auch Produkte für den professionellen Gebrauch.
Medikamente und medizinische Geräte sind in diesem System nicht enthalten, während es für Lebensmittel ein ähnliches System gibt – RASFF (the Rapid Alert System for Food and Feed).
Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union senden täglich Warnungen an das Safety Gate-System. Diese enthalten Informationen über die Art des als gefährlich erkannten Produkts, die Beschreibung des Risikos sowie die ergriffenen Maßnahmen. Diese Warnungen werden von den zuständigen Behörden anderer Länder verfolgt, die geeignete Maßnahmen ergreifen können, wenn sie das gemeldete Produkt auf ihrem Markt finden.
Was hat das alles mit Chemikalien zu tun? Unter den verschiedenen gemeldeten Risiken, wie Verbrennungen, Stromschläge, Umweltrisiken, mikrobiologische Risiken usw., gibt es auch chemische Risiken.
Oft finden sich auf dem Markt Produkte, die Chemikalien enthalten, deren Verwendung in diesen Produkten durch Chemikalienvorschriften verboten oder eingeschränkt ist. Hier einige Beispiele:
- Schmuck, der eine unzulässige Konzentration von Cadmium enthält – nicht konform mit der REACH-Verordnung,
- Klebstoff, der eine unzulässige Menge an Chloroform enthält – nicht konform mit der REACH-Verordnung,
- Reinigungsmittel, das stark sauer (pH < 1) und korrosiv ist, aber nicht ordnungsgemäß gekennzeichnet und verpackt ist – nicht konform mit der CLP-Verordnung,
- Handdesinfektionsmittel, das nicht genügend aktive Substanz (z. B. Ethanol) enthält, um eine wirksame biozide Wirkung zu haben – nicht konform mit der Biozidprodukte-Verordnung.
Jedes Jahr werden über 2000 verschiedene gefährliche Produkte über das Safety Gate gemeldet. Die Europäische Kommission veröffentlicht wöchentliche Berichte über die neuesten Warnungen, die öffentlich zugänglich sind. Sie können sie hier einsehen oder sich für den Erhalt der wöchentlichen Berichte per E-Mail anmelden.
Die Berichte können nach Produktkategorie (z. B. chemische oder kosmetische Produkte), dem Land, das die Benachrichtigung gesendet hat, dem Herkunftsland des Produkts, der Art des Risikos, der Art der Warnung und dem Produkttyp durchsucht werden. Auf diese Weise kann sich jeder Verbraucher, auch außerhalb der Europäischen Union, über Produkte informieren, die als unsicher eingestuft wurden.
In Bosnien und Herzegowina wird die Marktüberwachung von der Agentur für Marktüberwachung BiH durchgeführt. Auf ihrer Website veröffentlichen sie regelmäßig Berichte über unsichere Produkte, die auf dem Markt in BiH gefunden wurden. Es wird ein ähnliches Informationsniveau wie in der EU bereitgestellt, jedoch ohne die Möglichkeit der Suche nach gewünschten Kriterien.
Haben Sie schon einmal unsichere Produkte erlebt?
Bildquelle: Pixabay
nina.pajovic@bens-consulting.eu schreiben.





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