
Haben Sie schon vom digitalen Produktpass gehört?
Die Europäische Kommission plant die Einführung des digitalen Produktpasses (engl. Digital Product Passport – DPP), um eine bessere Information zu gewährleisten, die für die Nachhaltigkeit und Zirkularität von Produkten entscheidend ist. Es wird angenommen, dass der DPP den Übergang zur Kreislaufwirtschaft erleichtern, die Material- und Energieeffizienz von Produkten verbessern, die Lebensdauer von Produkten verlängern und eine optimalere Entsorgung sicherstellen wird.
Die Einführung des digitalen Passes ist durch die Verordnung (EU) 2024/1781 über die Schaffung eines Rahmens zur Festlegung von Anforderungen an das Ökodesign nachhaltiger Produkte vorgeschrieben.
Die Verordnung schafft einen Rahmen für die Festlegung von Anforderungen an das Ökodesign von Produkten, deren Erfüllung Voraussetzung für die Markteinführung oder Nutzung ist. Ziel ist die Verbesserung der ökologischen Nachhaltigkeit von Produkten und die Reduzierung des gesamten Kohlenstoff- und ökologischen Fußabdrucks eines Produkts während seines Lebenszyklus.
Die Verordnung gilt für alle physischen Waren, die auf den Markt gebracht oder in Gebrauch genommen werden, einschließlich Komponenten und Zwischenprodukte. Einige Produkte sind von der Anwendung ausgenommen: Lebensmittel und Futtermittel, medizinische Produkte, Produkte menschlichen Ursprungs usw.
Demnach ist klar, dass sich die Anforderungen an den DPP auch auf Chemikalien beziehen. Dies steht im Einklang mit der Nachhaltigkeitsstrategie für Chemikalien, die 2020 von der Europäischen Kommission verabschiedet wurde.
Das Ökodesign von Produkten sollte bestimmte Aspekte von Produkten verbessern:
- die Haltbarkeit verlängern,
- Wiederverwendung oder Reparatur ermöglichen,
- das Vorhandensein besorgniserregender Stoffe reduzieren,
- die Energieeffizienz verbessern,
- die erwartete Abfallmenge reduzieren usw.
Informationen zu den Aspekten von Produkten sollten während der gesamten Lieferkette, vom Hersteller bis zum Verbraucher, verfügbar sein. Auf diese Weise würde ein besseres Ressourcenmanagement und eine Verringerung der negativen Umweltauswirkungen erreicht. Es handelt sich um eine große Menge an Daten, die nicht auf dem Produktetikett angegeben werden könnten, daher wurde die Lösung in der elektronischen Information gefunden.
Wie ist der digitale Pass konzipiert?
Der digitale Produktpass ist ein elektronisches Dokument, also ein Datensatz, der spezifisch für ein bestimmtes Produkt ist und elektronisch über einen Datenträger zugänglich ist. Der Datenträger kann ein linearer Barcode, ein zweidimensionales Symbol (QR-Code) oder ein anderes Medium zur automatischen Erfassung von Identifikationsdaten sein, das von einem Gerät gelesen werden kann.
Der DPP sollte alle Informationen über die Aspekte eines Produkts enthalten, die für seine Nachhaltigkeit wichtig sind, was die Transparenz erhöht und die Benutzer besser informiert. Dennoch ist es notwendig, ein Gleichgewicht zwischen Transparenz und dem Schutz vertraulicher Geschäftsinformationen zu finden.
Viele Fragen zum DPP sind noch offen. Zum Beispiel ist noch nicht definiert, ob sich der DPP auf das Produktmodell oder die Serie beziehen wird. Aber einige grundlegende Anforderungen sind bekannt:
- Der DPP sollte mit einem eindeutigen Produktidentifikator verknüpft sein,
- der Datenträger muss physisch am Produkt vorhanden sein,
- persönliche Daten der Benutzer dürfen ohne deren ausdrückliche Zustimmung nicht im DPP gespeichert werden,
- der Zugang zu den Daten muss kostenlos sein, und das Niveau der verfügbaren Daten kann je nach Art des Benutzers variieren (Käufer, Hersteller, Zollbehörde usw.).
Die Verordnung sieht die Einrichtung eines DPP-Registers sowie eines öffentlich zugänglichen Internetportals vor, auf dem Daten zu Produkten durchsucht und verglichen werden können.
Angesichts der enormen Anzahl verschiedener Produktgruppen wird die Festlegung von Anforderungen an das Ökodesign von Produkten und die Einführung des DPP schrittweise erfolgen. Es ist vorgesehen, dass in der ersten Gruppe regulierter Produkte Waschmittel, Farben, Schmierstoffe und andere Chemikalien enthalten sind.
Für alle Produkte muss die Konformität mit den Anforderungen an das Ökodesign nachgewiesen werden, wofür eine Konformitätserklärung ausgestellt wird. Außerdem müssen die Produkte mit dem CE-Kennzeichen der Konformität gekennzeichnet werden.
Es sei darauf hingewiesen, dass derzeit eine Überarbeitung der CLP-Verordnung der Europäischen Union im Gange ist, die die Einführung von digitalen Etiketten für Chemikalien vorsieht. Bojan Buinac hat einen Überblick über die grundlegenden Anforderungen an digitale Etiketten erstellt, den Sie hier einsehen können.
Dies ist sicherlich ein Thema, über das wir noch viel sprechen werden. Aber für den Anfang reicht das.
Was ist Ihre Meinung zu den Veränderungen, die mit dem Ziel einer besseren Produktnachhaltigkeit kommen? Lassen Sie es mich wissen unter nina.pajovic@bens-consulting.eu.
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