
Es ist Hagelsaison.
Wenn Sie wie ich sind, machen Sie sich Sorgen um mögliche Schäden an Ihrem Auto oder Eigentum. Doch für Landwirte können Hagelwolken enorme Schäden verursachen, die das gesamte Geschäft beeinträchtigen können.
Sicherlich ist die effektivste Schutzmethode der physische Schutz. Für Autos bedeutet das eine Garage oder ein Carport. Hagelschutznetze sind in den letzten Jahren besonders beliebt geworden, vor allem wegen ihrer Anwendungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft.
Darüber hinaus gibt es immer die Möglichkeit einer Versicherung gegen entstandene Schäden. Diese Option verhindert zwar nicht den Schaden, kann aber die finanziellen Auswirkungen mindern.
Heute möchte ich jedoch über eine Schutzmethode sprechen, die im Wesentlichen chemisch, genauer gesagt physikochemisch ist. Es ist klar, dass ich von Hagelschutz spreche, der auf der Wolkenimpfung basiert.
Worum geht es dabei? Im Kern des Verfahrens, auf das sich oft Verschwörungstheoretiker berufen, wenn sie von künstlichen Wetterveränderungen sprechen, steht eine Chemikalie. Man glaubt, dass die Wolkenimpfung große Niederschlagsmengen hervorrufen, Nebel vertreiben oder für schönes Wetter und blauen Himmel bei bestimmten Veranstaltungen sorgen kann.
Schauen wir uns gemeinsam an, um welches Verfahren des Hagelschutzes es sich handelt.
Die Wolkenimpfung bedeutet die Dosierung bestimmter chemischer Agenzien in eine Wolke, um die Kondensation oder die Bildung von Eiskernen zu beschleunigen. Es geht darum, Prozesse zu fördern oder zu beschleunigen, die normalerweise in der Natur ablaufen.
Kleine Wassertröpfchen oder Eiskristalle bilden sich in einer Wolke, wenn Wasserdampf aus der Atmosphäre abkühlt und um Staub- oder Salzkörnchen kondensiert. Diese in der Atmosphäre vorhandenen Partikel sind Kondensations- oder Eiskerne. Ohne sie könnten keine Regentropfen oder Schneeflocken entstehen und es käme zu keinen Niederschlägen. Auch der Wasserkreislauf in der Natur wäre gestört.
Das Ziel der Wolkenimpfung ist es, durch die Dosierung eines chemischen Agenzes die Anzahl der Eiskerne zu erhöhen, wodurch die Bildung von mehr, aber kleineren Hagelkörnern beschleunigt wird. Diese kleineren Hagelkörner können schmelzen, bevor sie den Boden erreichen und Schäden an Autos oder Ernten verursachen.
Die chemischen Mittel, die verwendet werden, sind Kaliumjodid, Trockeneis (festes Kohlendioxid) und Silberjodid, wobei letzteres am häufigsten eingesetzt wird. Silberjodid hat eine kristalline Struktur, die dem Eis ähnelt, weshalb es als Kondensationskern und Basis für die Eisbildung dienen kann.
Silberjodid kann in die Wolke aus der Luft (mit Flugzeug oder Drohne) oder vom Boden aus versprüht werden. Für die Behandlung vom Boden aus werden Bodengeneratoren und Hagelabwehrraketen verwendet, die in die entstehende Wolke geschossen werden.
Es wird angenommen, dass die Verwendung von Silberjodid für diesen Zweck sicher für Mensch und Umwelt ist. Andererseits zeigen verfügbare Daten, dass diese Substanz als umweltgefährdend und sogar reproduktionstoxisch eingestuft werden sollte. Besonders besorgniserregend sind die chronischen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.
Obwohl diese Methode seit vielen Jahren angewendet wird, ist sie sehr umstritten. Ihre Wirksamkeit im Hagelschutz ist fraglich und praktisch unmöglich zu messen. Einige Studien zeigen, dass diese Methode sogar den Hagelschaden erhöhen kann. Das ist auch der Grund, warum viele Länder von dieser Technik Abstand nehmen.
Diese Methode des Hagelschutzes wird in Bosnien und Herzegowina nur in der Republika Srpska angewendet. Die Föderation Bosnien und Herzegowina hat aufgrund der fraglichen Wirksamkeit von dieser Methode Abstand genommen. In unserer Umgebung gibt es Hagelschutz auch in Serbien, während Kroatien ebenfalls aufgehört hat, diese Methode anzuwenden.
Was ist Ihre Meinung zum Hagelschutz, der bei uns angewendet wird? Vertrauen Sie den Schützen, die Hagelabwehrraketen abfeuern, oder setzen Sie doch auf physischen Schutz? Schreiben Sie mir an nina.pajovic@bens-consulting.eu.
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