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Wenn wir im Geschäft zu einem Reinigungsmittel, einer Farbe oder einem Spray greifen, achten wir meist zuerst auf das Design der Verpackung, den Verwendungszweck oder den Preis. Die kleinen rot-weißen Piktogramme mit grafischen Symbolen auf dem Etikett hingegen werden oft übersehen – obwohl sie aus einem ganz bestimmten Grund dort sind: um vor Gefahren zu warnen.

Diese Symbole sind nicht nur für Laborpersonal, Chemikerinnen und Chemiker oder Fachkräfte in der Industrie gedacht. Sie richten sich an uns alle – egal, ob wir zu Hause das Bad reinigen, einen Zaun streichen, ein Auto reparieren oder alltägliche Chemikalien kaufen.

Ich habe diesen Artikel geschrieben, damit du gefährliche Chemikalien und ihre Eigenschaften anhand der einzelnen Piktogramme schneller und einfacher erkennen kannst. Nach dem Lesen wirst du die Piktogramme besser verstehen, sie werden weniger abschreckend wirken und – am wichtigsten – du wirst sie im Alltag richtig einordnen können, sowohl bei der Arbeit als auch zu Hause.

Die verwendeten Piktogramme basieren auf dem GHS-System (Globally Harmonized System), einem weltweit harmonisierten System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien. Das GHS legt einheitliche Kriterien dafür fest, wie gefährliche Chemikalien klassifiziert und gekennzeichnet werden müssen. In der Europäischen Union wird das GHS durch die CLP-Verordnung (EG-Verordnung Nr. 1272/2008) umgesetzt.

Im Rahmen des GHS- und CLP-Systems sind Piktogramme standardisierte Symbole mit klar definierten Formen, Farben und Grafiken. Vereinfacht gesagt handelt es sich um visuelle Elemente auf der Verpackung, die uns auf einen Blick zeigen, welche Art von Gefahr von einem Produkt ausgeht – unabhängig von der Sprache.

Insgesamt gibt es neun verschiedene Gefahrenpiktogramme, die physikalische Gefahren, Gesundheitsgefahren und Umweltgefahren abdecken. Sie warnen unter anderem vor Entzündbarkeit, Ätzwirkung, Giftigkeit und weiteren Risiken und sind ein gesetzlich vorgeschriebener Bestandteil der Kennzeichnung gefährlicher Chemikalien.

Welche Piktogramme einem bestimmten Stoff oder Gemisch zugeordnet werden, ist im Sicherheitsdatenblatt festgelegt – der gewissermaßen „Personalausweis“ jeder gefährlichen Chemikalie. Die verpflichtenden Kennzeichnungselemente, einschließlich der Piktogramme, sind in Abschnitt 2.2 des Sicherheitsdatenblattes aufgeführt.

Größe, Form und Farbe der Piktogramme sind in der CLP-Verordnung genau geregelt. Sie müssen so gestaltet sein, dass sie sofort ins Auge fallen und dürfen nicht durch andere Informationen verdeckt werden. Kurz gesagt: Gefahrenpiktogramme sind visuelle Symbole, die auf die mit Chemikalien verbundenen Risiken hinweisen.

Natürlich zeigen Piktogramme an, welche Art von Gefahr besteht, sie erklären jedoch nicht, wie man sicher mit der Chemikalie umgeht. Deshalb werden sie immer von weiteren Angaben begleitet:

  • Gefahrenhinweisen (H-Sätzen), die die Art der Gefahr beschreiben, und
  • Sicherheitshinweisen (P-Sätzen), die Hinweise zum sicheren Umgang und zu Vorsichtsmaßnahmen geben.

Nun werfen wir einen Blick auf alle 9 Piktogramme, die gemäß der CLP-Verordnung physikalische Gefahren, Gefahren für die menschliche Gesundheit sowie Umweltgefahren abdecken. Jedes Piktogramm ist mit einem genau definierten H-Satz verbunden, wie im Folgenden aufgeführt.

1. Explosiv (GHS01)

Was bedeutet das? Der Stoff kann bei Erwärmung, Stoß, Reibung oder bei Kontakt mit einem anderen Stoff explodieren.

Wo kommt es vor? Explosivstoffe, Pyrotechnik, instabile organische Peroxide.

Risiken: Plötzliche, heftige Reaktionen, Wegschleudern von Partikeln, thermische Schocks.

H-Sätze: H200, H201, H202, H203, H204, H205

2. Entzündbar (GHS02)

Was bedeutet das? Der Stoff kann sich bei Kontakt mit Wärme, einem Funken oder einer Flamme schnell entzünden.

Wo kommt es vor?
Lösungsmittel, alkoholische Lösungen, Aerosole, Gase, Benzin.

Risiken: Brand, schnelle Ausbreitung der Flammen, Möglichkeit einer Explosion in geschlossenen Räumen.

H-Sätze: H220, H221, H222, H223, H224, H225, H226, H228, H242

3. Oxidierend (GHS03)

Was bedeutet das? Der Stoff setzt Sauerstoff frei oder unterstützt die Verbrennung anderer Stoffe.

Wo kommt es vor?
Starke Oxidationsmittel, Nitrate, Peroxide.

Risiken: Förderung von Bränden, Möglichkeit heftiger Reaktionen, Entzündbarkeit von Materialien in der Umgebung.

H-Sätze: H270, H271, H272

4. Gas unter Druck (GHS04)

Was bedeutet das? Das Gas ist unter hohem Druck gespeichert (verdichtet, verflüssigt oder gelöst).

Wo kommt es vor? Technische Gase, CO₂, Sauerstoff, Butan.

Risiken: Explosion des Behälters bei Erwärmung, Umkippen oder Abrutschen der Gasflasche, Erstickungsgefahr durch Verdrängung von Sauerstoff.

H-Sätze: H280, H281

5. Ätzend (GHS05)

Was bedeutet das? Der Stoff ist ätzend – er greift Metalle an und verursacht schwere Schäden an Haut und Augen.

Wo kommt es vor? Starke Säuren und Basen, Reinigungsmittel, Laugen.

Risiken: Tiefe Gewebeschäden, Verlust des Sehvermögens, Schäden an Geräten.

H-Sätze: H290, H314, H318

6. Giftig (GHS06)

Was bedeutet das? Der Stoff kann bereits in kleinen Mengen zum Tod oder zu schweren Vergiftungen führen.

Wo kommt es vor? Pestizide, Laborchemikalien, bestimmte Monomere.

Risiken: Schnelle systemische Wirkungen – Versagen des Atmungssystems, des Nervensystems oder des Herzens.

H-Sätze: H300, H301, H310, H311, H330, H331

7. Reizend / Gesundheitsschädlich (GHS07)

Was bedeutet das? Der Stoff verursacht Reizungen der Haut, der Augen oder der Atemwege; er kann eine allergische Hautreaktion oder eine akute Toxizität niedriger Kategorie verursachen.

Wo kommt es vor? Reinigungsmittel, kosmetische Rohstoffe, Polymere, Klebstoffe.

Risiken: Brennendes Gefühl, Hautausschläge, Schwindel, Benommenheit beim Einatmen von Dämpfen.

H-Sätze: H302, H312, H315, H317, H319, H332, H336

8. Ernste Gesundheitsgefahr (GHS08)

Was bedeutet das? Langfristige oder schwerwiegende Gesundheitsgefahren: Karzinogenität, Mutagenität, Reproduktionstoxizität, Sensibilisierung der Atemwege, Wirkungen auf Organe, Aspirationsgefahr.

Wo kommt es vor? Lösungsmittel, bestimmte Metalle, Erdölderivate.

Risiken: Chronische Erkrankungen, Organschäden, Atembeschwerden, langfristige Wirkungen nach Exposition.

H-Sätze: H304, H334, H340, H341, H350, H351, H360, H361, H362, H370, H371, H372, H373

9. Umweltgefährlich (GHS09)

Was bedeutet das? Der Stoff ist giftig für aquatische oder andere Ökosysteme und kann sich langfristig anreichern.

Wo kommt es vor? Pestizide, Metalle, Erdöldestillate, Biozide, Farben mit bestimmten Zusatzstoffen.

Risiken: Fischsterben, Zerstörung von Lebensräumen, Bioakkumulation in der Nahrungskette.

H-Sätze: H400, H410, H411, H412, H413

 

Wenn Sie weitere Fragen haben oder Unterstützung beim Verständnis eines der Piktogramme benötigen, können Sie mich jederzeit unter spela.hudobivnik@gmail.com kontaktieren. Ich helfe Ihnen gerne.

Haftungsausschluss:
Die Informationen in diesem Blog werden mit äußerster Sorgfalt zusammengestellt. Er dient jedoch nicht der Beratung (zu Chemikalien) und der Anbieter übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für die Richtigkeit, Genauigkeit und Aktualität der veröffentlichten Inhalte. Wenn Sie Beratung für einen bestimmten Fall benötigen, schreiben Sie uns bitte an bojan.dimic@bens-consulting.eu
SDB | 17. Dec 2025

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