Das Etikett ist das Erste, was ein Anwender an Ihrem Produkt wahrnimmt. Gleichzeitig ist es eine der am stärksten kontrollierten und sensibelsten Informationsquellen – Fehler sind hier einfach nicht erlaubt.
In der Praxis sehen wir, dass Unternehmen immer wieder dieselben Patzer machen. Die gute Nachricht: Fast alle lassen sich schnell beheben, wenn man weiß, worauf man achten muss.
Und weil diese Fehler unabhängig von Unternehmensgröße oder Erfahrung des Teams immer wieder auftreten, habe ich unten die typischsten gesammelt – jene, die Ihnen die meisten grauen Haare ersparen, wenn Sie sie rechtzeitig erkennen und beheben.
1. Etikett ohne die wichtigsten gesetzlichen Angaben
Optisch perfekt, bunt, voller Effekte und Marketing-Slogans … aber ohne die grundlegenden Pflichtbestandteile:
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Signalwörter,
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GHS-Piktogramme,
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Gefahrenhinweise (H-Sätze) und Sicherheitshinweise (P-Sätze),
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Produktidentifikator.
2. Anderer Produktname auf dem Etikett als im Sicherheitsdatenblatt
Klingt banal, ist aber in Wirklichkeit der Fehler Nummer 1: Auf dem Etikett steht etwas, im Sicherheitsdatenblatt etwas anderes – Marketing vs. Gesetzgebung.
Die CLP-Regeln sind hier eindeutig: Der Produktname muss überall gleich sein. Jede Abweichung ist für die Inspektion ein rotes Tuch.
3. Schwarz-weiße Piktogramme
Egal ob aus Vergesslichkeit oder Spargründen:
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Piktogramme müssen farbig sein,
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eine schwarz-weiße Version auf dem Etikett bedeutet: Etikett nicht konform.
4. Piktogramme, die im Text „untergehen“
Wenn Piktogramme zu klein sind, verliert der Nutzer die wichtigsten Informationen. Für Verpackungen bis 3 L wird eine Größe von mindestens 16 × 16 mm empfohlen (Minimum 10 × 10 mm).
Kleiner als das? Dann ist es schlicht nicht mehr brauchbar.
5. Schriftgröße
„Wenn wir alles auf kleinerem Raum unterbringen, wirkt es sauberer!“ Nein – in der Praxis heißt das, dass der Nutzer Warnhinweise nicht lesen kann.
Grundregel: Wenn Sie den Text aus normaler Entfernung nicht lesen können, ist die Schrift zu klein. Vergrößern Sie lieber das Etikett oder strukturieren Sie die Informationen durchdachter.
6. Etikett, das man drehen muss
Wenn der Nutzer die Verpackung kippen oder drehen muss, um den Text lesen zu können, ist das Etikett nicht richtig gestaltet.
Der Text muss horizontal lesbar sein, wenn das Produkt normal im Regal steht.
7. Namen gefährlicher Stoffe nicht in der Sprache des Verkaufslandes
Englische Bezeichnungen sind praktisch … bis der Inspektor vor der Tür steht. Wenn Sie in Deutschland/Österreich/Schweiz verkaufen, müssen alle Warnhinweise und gefährlichen Stoffe auf Deutsch angegeben sein.
Dasselbe gilt für jedes andere Land. Die Landessprache ist Pflicht – keine Option.
Warum ist das alles wichtig?
Weil das Etikett nicht nur ein „Aufkleber“ ist. Es ist:
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der erste Schutz für den Anwender,
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ein offizielles Dokument für Kontrollbehörden,
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ein Spiegel der Professionalität Ihres Unternehmens.
Ein korrekt erstelltes Etikett bedeutet:
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weniger Probleme bei Inspektionen,
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mehr Vertrauen der Kunden,
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weniger Reklamationen,
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ein klarer Beweis, dass Sie Ihre Prozesse im Griff haben.
Wenn Sie diese 7 Punkte kennen und konsequent umsetzen, sind Sie der Konkurrenz einen Schritt voraus – und weit weg von unnötigen Komplikationen.
Wenn Sie zusätzliche fachliche Unterstützung bei der Erstellung oder Prüfung Ihrer Etiketten brauchen, kontaktieren Sie uns unter spela.hudobivnik@bens-consulting.eu.





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